Dienstag, 17.07.2018


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Gitarrentage im Schloss Aystetten:

Eine kleine aber feine Veranstaltung auf sehr hohem Niveau

Seit 2002 finden sie statt: Die Gitarrentage in Aystetten, einem kleinen idyllischen Ort nahe bei Augsburg. Vier Tage lang luden Max und Lisa von Stetten mit Sohn Constantin 17 Gitarristen zum Verweilen, Schmausen und Musizieren in ihr wunderbares Schloss. Als fachlich kompetente Dozenten waren wie in jedem Jahr Thomas Müller-Pering aus Weimar und der Kölner Wulfin Lieske dabei.



Jessica (15) und Jakob (15), das "Kaiser Schmidt Gitarrenduo", spielen Thomas die "Valses Poeticos" von Enrique Granados vor.
Jessica (15) und Jakob (15), das "Kaiser Schmidt Gitarrenduo", spielen Thomas die "Valses Poeticos" von Enrique Granados vor.
Konzerte und Unterricht fanden stilvoll im Porzellanzimmer, einem wunderbaren Raum aus dem frühen 18. Jahrhundert, statt.
Der besondere Charme der Veranstaltung liegt wohl auch darin, dass neben Studenten und Lehrern, sehr begabten Jugendlichen und Kindern auch engagierte Amateure und Beinahe-Neulinge auf der Gitarre ihren Platz finden und alle "auf ihrem Stand" abgeholt werden.

Neben den Konzerten der beiden Dozenten Thomas Müller-Pering und Wulfin Lieske erhielten die Teilnehmer zu Beginn und am Schluss die Gelegenheit, ihr Gitarrenspiel vor kleinem Publikum vorzustellen.



Wulfin erarbeitet mit dem 12-jährigen Felix Spindler Cancion y Danza von Antonio Ruiz-Pipo.
Wulfin erarbeitet mit dem 12-jährigen Felix Spindler Cancion y Danza von Antonio Ruiz-Pipo.
Abwechslungsreich und interessant war dabei allemal die Stückauswahl:
Kaiser Schmidt Gitarrenduo (Valses Poeticos von Granados, Jongo von Bellinati), Agnieszka Chruszczynski (Elegie von Mertz, Piazzolla), Kai Schlögel (Barrios: Julia Florida , Sor-Etüden) Anne Haasch (Sor-Mozart, op.19, Scarlatti und Piazzolla), Jakob Schmidt (Saudade Nr. 3 von Dyens), Jessica Kaiser (Torroba-Sonatine 1. Satz), Monika Mayr (Bachs Chaconne und Grand Solo von Sor), Julian Schmidt (Brian Heads Brookland Boogie) und Isabella Selder (Ultimo Tremolo von Barrios). Ein verbüffend hohes Niveau bescheinigten die Dozenten den Teilnehmern. So spielte der gerade erst 12 Jahre alt gewordene Felix Spindler eine beindruckende Version Von Cancion y Danza von Antonio Ruiz-Pipo.


Thomas Müller-Pering hatte für sein Konzert neben Bachs Präludium, Fuge und Allegro (BWV 998) zu Beginn drei Werke von John Dowland (Lachrimae Pavan - Fantasy no. 7 - Forlorne Hope Fancy) ausgesucht. In der zweiten Hälfte folgte neben 3 Granadostänzen (1. Minuetto, G-Dur - 4. Villanesca, G-Dur - 5. Andaluza, e-Moll) Konstantin Vassilievs "Den Wolken nach...", das der Komponist dem Weimarer Professor gewidmet hatte. Das Konzert wurde furios mit der 3. Rossiniana von Giuliani beendet. Das Gitarrenspiel von Thomas war - wie immer - überaus bestechend und auf außerordentlich hohem Niveau.
"Arbeiten an der linken Hand" - Plenumsunterricht mit Wulfin "Arbeiten an der linken Hand" - Plenumsunterricht mit Wulfin


Wulfin Lieskes Auftritt am nächsten Tag zeigte einen bestens aufgelegten und hochmotivierten Interpreten. Die erste Hälfte des Konzerts war ganz der romatischen Epoche gewidmet. Werke von Johann Kaspar Mertz (aus den Bardenklängen: Romanze - Capriccio - Lied ohne Worte - Unruhe), Gulio Regondis Étuden No. 6 d-moll und No. 8 G-Dur und Napoleon Coste (aus den Études de Genre - Les Soirées d'Auteuil, op. 23) standen auf dem Programm. Im zweiten Teil spielte Wulfin ausschließlich Werke der vergangenen 20 Jahre. Neben Peter Sculthorpes "From Kakadu" und "Blackwattle Caprices" von Ross Edwards erklang eine Eigenkomposition "Four Bagatelles on 52" (1999), eine Hommage an die Wiener Schule.

Im Plenum hatten zudem alle Beteiligten noch die Möglichkeit, gemeinsame Übungen für die Linke und rechte Hand zu erarbeiten.

"La Leona" von 2008

Gitarrenvergleich mit der "La Leona"-Replik von Fritz Ober. v.l.n.r.: Thomas Müller-Pering, Wulfin Lieske und Fritz Ober
Gitarrenvergleich mit der "La Leona"-Replik von Fritz Ober. v.l.n.r.: Thomas Müller-Pering, Wulfin Lieske und Fritz Ober
Fritz Ober, der Münchner Gitarrenbauer, nutzte die Gelegenheit, seine neueste Gitarre vorzustellen. Im Auftrag von Wulfin Lieske hatte er eine Kopie der berühmten "La Leona" von Antonio Torres angefertigt. Dazu hatte er zuvor das Originalinstrument genauestens inspizieren können. Die Replik, die wie das Original mit einem Schalltrichter ausgestattet ist, wurde den Teilnehmern vorgestellt. Die Zuhörer waren sich darin einig, ein äußerst schönes Instrument mit einem wöhltönenden, dunklen und vollen Klang kennen gelernt zu haben.


Fazit:
Die Gitarrentage in Aystetten gehören sicher zu den feinsten Fortbildungsmöglichkeiten, die die deutsche Gitarrenszene zu bieten hat. Musizieren in nahezu familiären Verhältnissen, ein wunderbares Ambiente, ambitionierte und hochqualifizierte Dozenten garantieren ein überraschend hohes Niveau. Laut Thomas Müller-Pering gehören die Aystettener Gitarrentage zu den anspruchvollsten Veranstaltungen ihrer Art.
 

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erstellt am 10.10.2008