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Mathias Löffler:

Rock & Jazz Harmony

Frisch aus der Druckpresse: Ich möchte heute meinen lieben Kollegen Mathias Löffler zu Wort kommen lassen, der bei AMA ein monumentales Werk über Harmonielehre im Rock und Jazz Bereich veröffentlicht hat, das für viele Suchenende sicherlich eine großartige Quelle des Wissens und Inspiration werden wird!



Rock & Jazz Harmony
Rock & Jazz Harmony
Liebe focus-gitarre Leser!

Mein Name ist Mathias Löffler. Ich bin 54 Jahre alt, und komme aus Frankfurt /Main. Ich bin Gitarrist, Schulleiter (Best Guitar School) Gitarrenlehrer, Songwriter (Universal Music) und seit April 2018 Autor des Harmonielehrebuches Rock & Jazz Harmony, welches 2018 im AMA-Verlag erschienen ist. Ich möchte mich an dieser Stelle vorab sehr herzlich bei Stefan Schmidt für die Möglichkeit bedanken, in seinem Forum einen kleinen Artikel zu meinem Buch veröffentlichen zu dürfen. Danke Stefan!

Die Idee, eine Harmonielehre der „Rock- und Jazzmusik“ (begriffliche Zusammenfassung aller populären Stile) zu schreiben, entstand während meiner publizistischen Tätigkeiten in Internetforen, insbesondere im Musiker-Board. Mir fiel auf, dass es einen ständigen Mix aus ähnlichen Fragen gab. Antworten bestachen teilweise durch Halbwissen, gespickt mit folkloristischen Definitionen und Begriffen oder kamen öfter von oben herab mit möglichst unverständlichen Satzkonstruktionen um den Ruf eines Theoriegottes zu pflegen, anstatt zu erklären zu wollen. Dem interessierten Laien präsentiert sich so ein schwer zu durchdringendes Dickicht an Informationen, die allesamt den Eindruck verfestigen, dass Harmonielehre a) grundsätzlich schwer zu verstehen ist und b) ohnehin nur von Nerd zu Nerd weitergegeben wird. Das Sahnehäubchen auf diesem Cocktail ist die oft geäusserte Meinung, Wissen töte Kreativität.

Das Gegenteil ist jedoch der Fall. In meiner Unterrichtswelt gelingt es mir in aller Regel, dies gut rüberzubringen und eher Begeisterung als Ablehnung auszulösen. Dann zum Beispiel, wenn die engagierten Jungmusiker ihre ersten Banderfahrungen sammeln, sich ans Songwriting wagen und mich dann mit den zentralen Fragen bestürmen, wie etwa „ ..warum nehmen die denn diese Akkorde? und welche kann ich nehmen, damit es genauso klingt? und warum? Und gibt es ein System, gibt es Muster?, kann man der Kreativität einen Booster verleihen, wenn man auf Wissen zurückgreifen kann?“ Und nicht selten so weiter: „ Ich hab mir ja auch mal dies oder jenes Buch gekauft, aber nach ein paar Seiten in den Schrank gestellt, weil ich es nicht mehr verstanden habe“.


Mathias Löffler
Mathias Löffler
Die permanent vorhandenen Schwierigkeiten im Verständnis gaben schließlich den entscheidenden Anstoss. Den Stoff von Anfang an lückenlos und leicht nachvollziehen zu können, war mein vordringlichstes Ansinnen; jede mögliche Frage mitzudenken und nicht unbeantwortet zu lassen. Hierbei war insbesondere der Teil von mir engagiert, der sich wahnsinnig aufregen kann, wenn Bedienungsanleitungen oder Internetseiten nicht logisch und widerspruchsfrei daherkommen. Wenn man herumprobieren muss, weil es nicht ordentlich erklärt wird. Wenn man gar jemanden fragen muss oder einen unerquicklichen Hotline-Anruf tätigen. Oft stellt sich hinterher heraus, dass es nur einer einzigen sauberen Formulierung bedurft hätte. Einfach fehlendes Mitdenken. In diesem Zusammenhang möchte ich mich hier herzlich bei meinem Lektor Harald Wingerter bedanken. Er hat mir vor dem gerade geschilderten Hintergrund sprachlich immer wieder Beine gemacht, wenn er zum Beispiel monierte, so oder so könne das ein Leser nicht verstehen.

An viele meiner großen Schüler Community geht hier der gleiche Dank, denn sie waren stets gute Kritiker von Testkapiteln etc. Ausserdem kamen durch ihre Mitarbeit Ideen und Anmerkungen auf die Welt, die mir nicht eingefallen wären und aufzeigen, dass der Weg zum Fachidiot kurz sein kann. Ein idealtypisches Beispiel dazu möchte ich kurz geben, denn es hatte mich nachhaltig beeindruckt. Einem in Theorie gänzlich unbeschlagenen Testleser fiel auf, dass die regelmässig auftretende Anordnung von Noten im Notensystem, also auf oder zwischen der Linie, nicht der unregelmässig auftretenden Abfolge von Halb - und Ganztonschritten entspricht. Für einen Musiker eine derart banale Erkenntnis, dass er sie seit den Kindertagen schon vergessen hat. Eben.

Ich möchte abschließend noch ein paar Aspekte von „Rock & Jazz Harmony“ aufführen, die mir wichtig sind zu erwähnen. Ich tue dies aber eher im Telegrammstil, denn sonst wird dieser Artikel noch fast 800 Seiten lang, so wie das Buch, an dem ich übrigens fast 10 Jahre und 5-6000 Arbeitsstunden gesessen habe.

  • Das Buch besitzt drei Lernebenen. Zunächst kann man sich nur an die Definitionskästen am Kapitelende halten. Sie sind eine Art „Quick-Set-Up Guide“ bzw. können als lexikalisches Nachschlagewerk verstanden werden. Natürlich kommt der Fließtext samt Erklärungen und Songbeispielen zu jedem Kapitel hinzu, dies stellt Lernebene zwei dar. Zwei der vier Bonuskapitel sowie Fußnoten sind für fortgeschrittene Leser gedacht; Lernebene drei. Hinzu kommen viele mp3-Klangbeispiele, die sich zusätzlich zu den Bonuskapiteln umsonst auf der AMA-Seite herunterladen lassen. Nicht vergessen werden sollen auch die QR Codes, mit denen man beim Lesen gleichzeitig auch hören kann, worum es geht, wie etwa die erste Bluesaufnahme oä. Das Wichtigste: bis in den dritten Teil hinein finden sich am Ende jedes Kapitels Aufgaben. Die Lösungen stehen ebenfalls auf der AMA-Seite online bereit.
    In meinem persönlichen Focus standen vor allem die Totalanfänger. Der gesamte erste und zweite Grundlagenteil lagen mir besonders am Herzen, weil ich genau dort keinen Leser verlieren wollte, damit mein Buch nicht mit der gewohnten Frustration seufzend in den Schrank gestellt würde.

  • Unverzichtbar war mir ein permanenter Praxisbezug und die Aktualität der vielen Songbeispiele, ohne die Historie aus den Augen /Ohren zu verlieren. Fast jeder harmonische Sachverhalt wird durch mindestens ein Songbeispiel belegt.

  • Ich habe überall wo es möglich und sinnvoll war, eine Brücke zur klassischen Funktionsterminologie gebaut. Im Hinterkopf hatte ich dabei u.a. all die Lehrer, die von der Klassik kommen, aber in ihrem Unterricht breiter aufgestellt sein wollen. Im Umkehrschluss habe ich dadurch für Rock- und Jazzmusiker die klassische Stimmführung wieder etwas in den Vordergrund gerückt, bleibt sie doch der Schlüssel zu vielen Klangverbindungen insbesondere im Jazz.

  • Spannend ging es mitunter auch zu. Meist handelte es sich dabei um Reisen in die Vergangenheit. Da war etwa die 35.000 Jahre alte Steinzeitflöte, auf der sich schon die Dur-Pentatonik spielen lässt, oder die exakte Definition und Vermessung der Blue Notes bei Bessie Smith, die Entdeckung, was Paul Chambers in der Original Aufnahme von „So What“ 1959 wirklich spielt, dass die erste modale Kompostion am Ende sogar auf Eric Saties Gymnopedie Nr.1 von 1888 zurückgeht, bevor Morton Gould mit seiner Pavanne 1938 wie Satie für einen Moment der modalen Zeit voraus war und die Melodie komponierte, die Coltrane 1961 wiederum für „ Impression“ verwandte.
    Darüberhinaus hat es sich ergeben, dass ich ein paar Lücken im „Periodensystem“ der Harmonik schließen konnte, wie zum Beispiel die grundlegende Neuordnung der Tensions des verminderten Septakkordes, um nur ein Beispiel herauszugreifen.

    Jetzt muss ich aber schließen, alles andere steht ja im Buch…

    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für das Thema Harmonielehre wecken und vor allem all denen Mut machen, sich mit der Materie zu beschäftigen, die dem Thema bislang eher skeptisch gegenüber stehen.

    Vielleicht hilft auch ein Blick in die Rezensionen, denn die sind allesamt überaus positiv ausgefallen. Sie haben genau die Punkte lobend hervorgehoben, die auch mir wichtig waren: Verständlichkeit, Zugänglichkeit, Aktualität um die Wichtigsten zu nennen.

    Herzliche Grüße aus FFm an alle Musikschaffenden,
    Mathias Löffler
     
    Weiterführende Links:
    Rock & Jazz Harmony


    erstellt am 05.02.2020